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Umbennungsaktion: Gegen militaristische Straßen-, Brücken- und U-Bahnhofnamen

Indymedia: „In der Nacht vom 12. zum 13. April 2017 haben wir mehrere Straßen in Berlin-Kreuzberg, die nach Militaristen benannt sind, mit neuen Namen versehen. Dazu haben wir die bestehenden Straßenschilder, die Admiral-Brücke und den U-Bahnhof Gneisenaustraße mit einem neuen Namensschild überklebt. Wir wollen mit der Aktion gegen den Militarismus im Straßenbild vorgehen. Namen wie Wrangel, Gneisenau und Adalbert stehen für den preußischen Militarismus, für Nationalismus und Krieg. August Neidhardt von Gneisenau und Friedrich von Wrangel waren preußische Generalfeldmarschälle, Heinrich Wilhelm Adalbert war Admiral und Oberbefehlshaber der preußischen Marine.“

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Offenes Treffen am 19. April 2017: Airbus zerschlagen

2014 wurde der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS umstrukturiert und in Airbus Group umbenannt. Wie EADS hat auch Airbus eine Militärsparte: Airbus Defence and Space (ADS). Damit wurde Europas zweitgrößter Rüstungskonzern geschaffen, an dem die BRD, Frankreich und Spanien beteiligt sind. Hauptaufgabe des Konzerns ist es, Satelliten, Militärflugzeuge und Drohnen zu produzieren, die die EU und BRD für ihre kriegerische Außenpolitik benötigen. Mit Satellitenprogrammen leistet ADS seinen Beitrag zur Militarisierung des Weltraums. Damit soll die operative Kriegsführung der Bundeswehr verbessert und eine unabhängige militärische Kommunikationsstruktur etabliert werden. Mit der Produktion des Eurofighter Typhoon und des Militärtransporters A400M soll die militärische Lufthoheit und die schnelle Truppenverlagerung garantiert werden. ADS erhielt 2016 den Zuschlag für die Entwicklung einer EU-Drohne, um die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU technologisch unabhängig von den führenden Drohnen­produzenten USA und Israel zu machen. Beim offenen Treffen wollen wir uns mit Airbus beschäftigen und über dessen Bedeutung für die kriegerische Außenpolitik der EU und Deutschlands diskutieren.

Offenes Treffen | Mittwoch | 19. April 2017 | 19 Uhr | Meuterei | Reichenberger Straße 58 | Kreuzberg

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Offenes Treffen am 15. März 2017: Gender und Militär

Das Militär ist nahezu weltweit ein extrem männlich dominierter Raum. Frauen* dürfen inzwischen auch in der deutschen Bundeswehr dienen, aber dies ändert nichts daran, dass das Militär ein Ort bleibt, an dem autoritäres und reaktionäres Denken (re)produziert wird. Männlichkeit und Kriegsführung wird häufig als »natürliche« Einheit betrachtet, während Frauen* als das friedliche Geschlecht gelten. Biologistische Betrachtungsweisen argumentieren mit einer angeblich größeren Aggressivität von Männern*. Frauen* werden demgegenüber als »schwach« und »schutzbedürftig« dargestellt. Feminist*innen haben die bipolaren Geschlechterrollen in Frage gestellt und deutlich gemacht, dass die Institution des Militärs eine wichtige Rolle bei der gesellschaftlichen Konstruktion von Männlichkeit spielt. In einem kurzen Input werden wir eine Einführung in die Analyse militärischen Denkens anhand von Gender geben und aufzeigen, inwiefern militärische Werte und Tätigkeiten als männlich* konnotiert betrachtet werden. Wir wollen bei unserem offenen Treffen im März über den Zusammenhang von Männlichkeit und Militär sowie Krieg und Patriarchat sprechen.

Offenes Treffen | Mittwoch | 15. März 2017 | 19 Uhr | Meuterei | Reichenberger Straße 58 | Kreuzberg

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Bundeswehr auf Ausbildungstag des Berliner Verlags gestört

Am 10. und 11. Februar 2017 fanden am Alexanderplatz die „Ausbildungstage“ des Berliner Verlages statt, auf denen sich Schüler*innen und Eltern über verschiedene Berufe und Ausbildungen informieren konnten. Als einer von knapp 30 Ausstellenden präsentierte sich auch die Bundeswehr mit einem Infostand als Ausbildungsbetrieb. Doch die Bundeswehr konnte ihre Propaganda nicht ungestört verbreiten. Am 11. Februar ist die Agentur für Abrüstung gegen die Präsenz der Bundeswehr auf dem Messegelände aktiv geworden.

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Offenes Treffen am 15. Februar 2017: Vom Töten leben

In der baden-württembergischen Kleinstadt Oberndorf hat das Rüstungsunternehmen Heckler & Koch seinen Sitz. Der deutsche Waffenproduzent gehört zu den fünf größten Gewehr- und Pistolenproduzenten weltweit. In Oberndorf stellen 700 Beschäftigte das Kriegsgerät her. Das G3 zählt zu den weltweit am weitesten verbreiteten Gewehren. Schätzungsweise zehn Millionen Stück sind global im Umlauf und werden in Kriegen und bewaffneten Konflikten eingesetzt. Das Unternehmen beliefert unter anderem Diktaturen wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit Waffen von Heckler & Koch werden Massaker begangen, wie im Jahr 2014 in Mexiko, als 43 Studierende von Polizisten und Mitgliedern von Drogenkartellen entführt und ermordet wurden. Das Unternehmen profitiert von der Aufrüstung in der EU. Frankreich hat kürzlich 100 000 Sturmgewehre bei Heckler & Koch in Auftrag gegeben. Wolfgang Landgraeber hat den Dokumentarfilm »Vom Töten leben« über Heckler & Koch gedreht, der 2016 erschienen ist. Bei unserem offenen Treffen sprechen wir über Heckler & Koch und zeigen den Dokumentarfilm.

Offenes Treffen | Mittwoch | 15. Februar 2017 | 19 Uhr | Meuterei | Reichenberger Straße 58 | Kreuzberg

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Videoclip: Antimilitaristischer Jahresrückblick 2016

2016 gab es bundesweit viele antimilitaristische Aktionen, unter anderem gegen die Präsenz der Bundeswehr auf Messen und an Hochschulen. Außerdem gab es Demonstrationen gegen die deutsche Kriegspolitik, wie zum Beispiel im Oktober in Berlin, bei der Tausende für den Abzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen auf der Straße waren. Im April fand eine Demo gegen die »Königsbronner Gespräche« statt, die vom Reservistenverband und der Bundesakademie für Sicherheitspolitik veranstaltet werden. Im Juni gab es ein Die-In bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung gegen die massive Präsenz der Bundeswehr und von Rüstungsunternehmen auf der Messe. Im Juli trafen sich Antimilitarist*innen beim War-Starts-Here Camp in der Nähe des Gefechtsübungszentrums in Sachsen-Anhalt. Mehrfach wurden Fahrzeuge der Bundeswehr und von Rüstungskonzernen abgefackelt. Im Dezember gab es in Stuttgart eine Demonstration gegen die Mandatsverlängerungen der Bundeswehr.

Das Video zeigt in chronologischer Reihenfolge antimilitaristische Aktionen, die im Jahr 2016 stattgefunden haben.

Antimilitaristische Kundgebung am 11. Januar 2017

Die „Bundesakademie für Sicherheitspolitik“ hat ihren Sitz im Schloss Niderschönhausen in Berlin-Pankow. Die 2004 dort hingezogene Akademie fungiert als „Think-Tank“, also Elitenschmiede und Stichwortgeberin der Bundeswehr. Zivile und militärische Mitarbeiter*innen feilen hier an der Bildung von Soldat*innen und der politischen Rechtfertigung von Kriegseinsätzen des deutschen Militärs. Mit dabei sind auch Bundestagspolitiker*innen der Grünen, SPD und sowie aus Presse, Wirtschaft und Universitäten, welche als „Beirat“ die BAKS fachlich und personell unterstützen. Gemeinsam wollen wir am 11.01. um 18 Uhr am S+U-Bahnhof Pankow auf diese militärische Kaderschmiede hinweisen. Ihre Propaganda für die skrupellose Durchsetzung deutscher wirtschaftlicher und geostrategischer Interessen in unserer Nachbarschaft lassen wir nicht unwidersprochen. Gemeinsam gegen Militarismus und Krieg!

11. Januar 2017 | 18 Uhr | S+U Pankow | Kundgebung gegen die Bundesakademie für Sicherheitspolitik

Weitere Infos

Offenes Treffen am 18. Januar 2017: Antimilitaristische Perspektiven

Innerhalb der Bewegung gegen Krieg und Militarisierung existieren unterschiedliche politische Positionen und Herangehensweisen. Ein antikapitalistischer Antimilitarismus stellt den Zusammenhang zwischen Kriegspolitik und kapitalistischer Produktionsweise her. Krieg und Militarismus sind verbunden mit der herrschenden Ordnung, da das Profit- und Konkurrenzprinzip zur gewaltsamen Expansion und Aneignung von Rohstoffen und Absatzmärkten führt. Der Kampf gegen den Krieg ist somit mit dem Widerstand gegen Staat und Kapital verbunden. Nicht alle Antimilitarist*innen begreifen sich zugleich als Pazifist*innen, denn Pazifismus beinhaltet vor allem die Gewaltfreiheit. Die Strömungen reichen vom bürgerlichen bis hin zum anarchistischen Pazifismus. Im Unterschied zum gewaltfreien Widerstand befürworten Teile der antimilitaristischen Bewegung auch den bewaffneten Kampf wie er beispielsweise von der kurdischen Befreiungsbewegung in Rojava geführt wird. Wir wollen uns beim offenen Treffen mit den verschiedenen Konzepten des Pazifismus und des Antimilitarismus beschäftigen und über Gemeinsamkeiten und Unterschiede diskutieren.

Offenes Treffen | Mittwoch | 18. Januar 2017 | 19 Uhr | Meuterei | Reichenberger Straße 58 | Kreuzberg

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Offenes Treffen am 21. Dezember 2016: Antimilitaristischer Jahresrück- und Ausblick

2016 gab es in Berlin und bundesweit viele antimilitaristische Aktionen, unter anderem gegen die Präsenz der Bundeswehr auf Messen und an Hochschulen. Außerdem gab es Demonstrationen wie zum Beispiel im Oktober in Berlin, bei der Tausende für den Abzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen auf der Straße waren. Die bundesweite Demo unter dem Motto »Fluchtursachen bekämpfen« in Nürnberg richtete sich gegen Kriege und Rüstungsexporte, die weltweit Menschen zur Flucht zwingen. Im April fand eine Demo gegen die »Königsbronner Gespräche« statt, die vom Reservistenverband und der Bundesakademie für Sicherheitspolitik veranstaltet werden. Im Juni gab es ein Die-In bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung gegen die massive Präsenz der Bundeswehr und von Rüstungsunternehmen auf der Messe. Im Juli trafen sich Antimilitarist*innen beim War-Starts-Here Camp in der Nähe des Gefechtsübungszentrums in Sachsen-Anhalt. Bei unserem Treffen im Dezember wollen wir das vergangene Jahr aus antimilitaristischer Sicht Revue passieren lassen und gemeinsam über Aktionen im Jahr 2017 sprechen.

Offenes Treffen | Mittwoch | 21. Dezember 2016 | 19 Uhr | Meuterei | Reichenberger Straße 58 | Kreuzberg

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Bericht von Fahrraddemo gegen Kriegskonferenz

Am 28. November 2016 beteiligten sich etwa 50 Leute an einer antimilitaristischen Fahrraddemo gegen die so genannte Berlin Security Conference (BSC). Die Konferenz wird von der Zeitung „Behörden-Spiegel“ organisiert und stellt eine internationale Zusammenkunft von Vertreter*innen von Rüstungsunternehmen, der Nato und der Bundeswehr sowie Politiker*innen dar. Am 29. und 30. November 2016 findet die Konferenz im andel‘s Hotel in der Landsberger Allee 106 statt, die Auftaktveranstaltung war am 28. November in der Französischen Botschaft. Die Fahrraddemo führte an mehreren Orten vorbei, an denen Kriegsprofiteur*innen und Kriegstrateg*innen ihren Sitz haben.

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