Redebeitrag von NoWar Berlin auf der Demo „Stop the Border Business“ am 17. April 2021

Die Demonstration unter dem Motto „Stop the Border Business“ zog heute durch Berlin Mitte – vorbei an zahlreichen Konzernen die am neokolonialen und rassistischen Migrationsregime mit seinen Grenzen, deren Überwachungen und Abschiebungen profitieren. Wir dokumentieren hier unseren Redebeitrag der vor dem Sitz des „Förderkreises Deutsches Heer“ gehalten wurde. Zur Demo hatte die No Border Assembly aufgerufen.

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Redebeitrag von NoWar Berlin

Unter den Linden 21 befindet sich der Sitz des „Förderkreis Deutsches Heer“. Er ist einer der größten Lobbyverbände der deutschen Rüstungsindustrie. Zu seinen Zielen gehört die „Förderung des Verständnisses und der Unterstützung für die Bundeswehr in Politik und Öffentlichkeit, insbesondere für die Belange der deutschen Landstreitkräfte“. Sie setzen ihre Kontakte „zur Verbesserung und zum dauerhaften Erhalt der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr“ sowie für eine „leistungsfähige nationale Industriebasis ein“.

Dementsprechend sind nahezu alle deutschen Rüstungsunternehmen Mitglieder dieses Vereins: Airbus Defence and Space, Diehl Defence, Rheinmetall, Heckler & Koch oder Krauss-Maffei Wegmann. Dazu gehören aber auch große Mischkonzerne wie General Electric oder Volkswagen.

Sie verdienen an Kriegen für deutsche Wirtschaftsinteressen und zugleich an der Abwehr der Menschen, die vor diesen flüchten. Airbus Defence and Space beispielsweise baut Kampf-Helikopter, die in ihrem Portfolio auch für die Grenzsicherung beworben werden.

Die Firma Diehl hat ein Schiffsüberwachungssystem entwickelt, das sich „Simone“ nennt. Sie rühmen sich damit, auch Schlauchboote und schwimmende Menschen detektieren zu können. Angeblich zur Abwehr von Handelspiraterie gedacht, liegt auf der Hand, dass solche Systeme gegen vor Krieg und Elend Flüchtende im Mittelmeer eingesetzt werden.

Der Vorsitzende des Präsidiums im Förderkreis Deutsches Heer ist Wolfgang Köpke, Generalmajor a.D. Seine Stellvertreter sind Ralf Ketzes, der Geschäftsführer von Krauss-Maffei Wegmann sowie Henning Otte, verteidigungspolitischer Sprecher der CDU.

Insofern die Analyse vom „militärisch-industriellen Komplex“ trägt, trifft sie auf den „Förderkreis Deutsches Heer“ zu. Dieser Zusammenschluss von Politiker*innen, Führungskräften in Rüstungsunternehmen und aktiven Militärs trug dazu bei, dass der Wehretat in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent gestiegen ist.

Unter den Mitgliedern befinden sich mehrere Angehörige des Verteidigungs- und auch des Haushaltsauschusses des deutschen Bundestags, die für die Geldvergabe für Rüstungsaufträge und Rüstungsexporte verantwortlich sind.

Rüstung ohne Kriegführung rechnet sich nicht – und somit haben die Akteur*innen im Förderkreis Deutsches Heer ein unmittelbares Interesse daran, dass die Bundeswehr in internationalen Konflikten ihr mörderisches, technisch präzise erlerntes Handwerk blutig unter Beweis stellt.

Wir stellen uns der Förderung von Krieg und Militarisierung entschieden entgegen. Unsere Ziele sind nicht Märkte und Handelswege für deutsches Kapital, sondern solidarische Gesellschaften, die von den Menschen dort, wo sie leben und leben wollen, gestaltet werden.

Für uns als antimilitaristische Initiative gehören die Bekämpfung von Kriegen als Fluchtursache und die Unterstützung von Geflüchteten zusammen.

Förderkreis Deutsches Heer zerschlagen! Hoch die internationale Solidarität!

Speech by NoWar Berlin

On the street “Unter den Linden 21” is the headquarter of the lobby group of the German army, the so called “Förderkreis Deutsches Heer”. It is one of the largest lobbying associations of the German armaments industry. Its objectives include the “promotion of sympathy and support for the Bundeswehr in politics and among the general public, especially for the interests of the German land forces”. They use their contacts “to improve and permanently maintain the operational capability of the Bundeswehr” as well as for an “efficient national industrial base”.

Accordingly, almost all German armaments companies are members of this association: Airbus Defence and Space, Diehl Defence, Rheinmetall, Heckler & Koch or Krauss-Maffei Wegmann. It also includes large conglomerates such as General Electric or Volkswagen.

They earn money from wars, lead for German economic interests, as well as from fending off the people who flee from those wars. For example, does Airbus Defence and Space build combat helicopters which are also advertised for border security in their portfolio.

Diehl has developed a ship surveillance system called “Simone”. They boast of being able to detect inflatable boats and floating people. Supposedly intended to ward off trade piracy, it is obvious that such systems are used against people in the Mediterranean fleeing war and misery.

The chairman of the executive committee of the Förderkreis Deutsches Heer is Wolfgang Köpke, a retired major general. His deputies are Ralf Ketzes, the managing director of Krauss-Maffei Wegmann, and Henning Otte, the spokesman for Defence Policy of the CDU.

Insofar as the analysis of the “military-industrial complex” is valid, it also applies to the “Förderkreis Deutsches Heer”. This association of politicians, executives in armaments companies and active military personnel has contributed to a 50 percent increase in the ‘defence’ budget over the past ten years.

Among its members are several members of the German Bundestag’s Committee on Defence and also of its budget committee, who are responsible for allocating money for arms contracts and arms exports.

Armament without warfare does not pay off – and thus the actors of the Förderkreis Deutsches Heer have a direct interest, that the Bundeswehr bloody demonstrates its murderous, technically precisely learned skills in international conflicts.

We strongly oppose the promotion of war and militarization. Our goals are not markets and trade routes for German capital, but societies based on solidarity, shaped by the local people, who live there where they want to live.

For us as an anti-militarist initiative, fighting wars as a cause of flight and supporting refugees belong together.

Smash the „Förderkreis Deutsches Heer“! Long live the international solidarity!