Offenes Treffen am 21. April 2021: Keine Militarisierung des Gesundheitsbereichs

Krisenzeiten sind die Sternstunden des Militarismus. Währende der Hamburger Springflut 1962 wurde durch den damaligen hamburgischen Bürgermeister, ehemaligen Wehrmachtsoffizier und späteren Bundeskanzler und Helmut Schmidt verfassungswidrig die Bundeswehr zu ihrem ersten Inlandseinsatz gerufen. Heutzutage ist es gängige Praxis, dass bei Natur- und anderen Katastrophen Bundeswehrsoldat*innen eingesetzt werden. Der bislang zahlenmäßig größte Bundeswehreinsatz war 1997 während der sogenannten Oder-Flut, als 30.000 Soldaten medienwirksam Sandsäcke schleppten. Den insgesamt aber längsten und umfassendsten Einsatz der Bundeswehr im Inneren findet derzeit zur Bewältigung der Corona-Krise statt. Seit der ersten Welle der Pandemie werden Soldat*innen vor allem zur logistischen Unterstützung, zur Kontaktnachverfolgung in Gesundheitsämtern, zur Unterstützung in Alten- und Pflegeheimen und in Impfzentren eingesetzt. Im Winter 2020/21 stand dafür ein Kontingent von etwa 25.000 Soldat*innen zur Verfügung, derzeit sind es etwa noch 15.000.

Während des offenen Treffens im April wollen wir kurz über den Sinn, Zweck und Ausmaß des Bundeswehreinsatzes zur Pandemiebekämpfung informieren und uns über unsere eigenen Erfahrungen mit Bundeswehr im Gesundheitsbereich austauschen und über mögliche Gegenmaßnahmen diskutieren.

Wir treffen uns vor dem NewYorck/Bethanien. Bringt Masken mit und achtet darauf, Abstände einzuhalten. Bei schlechtem Wetter gibt es auch die Möglichkeit, trocken zu bleiben


Offenes Treffen | Mittwoch | 21. April 2021 | 19 Uhr | Vor dem NewYorck (Bethanien) | Mariannenplatz 2a | Kreuzberg