Veranstaltungsreihe: Kein Krieg beginnt hier – Sand ins Getriebe der Kriegsmaschine!

Die Bundeswehr und ihre Verbündeten ölen ihre Kriegsmaschinen. Die Bundeswehr zeichnet sich zum Beispiel verantwortlich für die Logistik für die regelmäßigen Nato-Truppentransporte ins Baltikum quer durch Deutschland und reaktiviert bereits aufgegebene Liegenschaften, um dort Munitionsdepots einzurichten. Gleichzeitig nimmt die Präsenz von Soldat*innen im öffentlichen Raum spürbar zu. Bei regelmäßigen Manövern der Bundeswehr mit und ohne Verbündete wird dafür geübt, dass die Kriegsmaschine reibungslos läuft. Teilweise wird die Bevölkerung dabei sogar in die Übungen mit einbezogen, um die übenden Truppen auf ihre Auslandseinsätze vorzubereiten.

Mit unserer Veranstaltungsreihe wollen wir uns einen Überblick über die militärische Infrastruktur in Deutschland verschaffen mit dem Ziel, Sand ins Getriebe der Kriegsmaschine streuen. Wir werden konkret Widerstandsformen aus dem Castor-Widerstand angucken und eine erfolgreiche Blockade eines Militärtransportes, um uns davon inspirieren zu lassen. Am Ende der Reihe steht ein gemeinsames Plenum, auf dem wir kommende Aktivitäten planen.

Eine Veranstaltungsreihe von AMAB, (nomadisches) Antikriegscafé, NoWar Berlin

27.11.19, 19:30 Uhr, RegenbogenKino (Lausitzer Straße 22)
Kein Krieg beginnt hier – Sand ins Getriebe der Kriegsmaschine! von Antikriegscafé. Bei der Veranstaltung werden die politischen und militärischen Hintergründe und Zusammenhänge der aktuellen NATO-Manöver, Truppenstationierungen in Osteuropa und der dafür benötigten Transporte aufgezeigt.

04.12.19, 19:30 Uhr, RegenbogenKino (Lausitzer Straße 22)
Militärtransporte blockieren: Ein historischer Rückblick mit besonderen Focus auf die Blockade 2008 gegen die Nato-Response-Force von der Antimilitaristischen Aktion Berlin (amab) und mila.

11.12.19, 19:30 Uhr, RegenbogenKino (Lausitzer Straße 22)
Trainstopping – Vortrag über Widerstandsformen am Beispiel des Widerstandes gegen Atomtransporte von Cécile.

18.12.19, 19:00 Uhr, Meuterei (Reichenberger Straße 58)
Offenes Treffen von NoWar. Das Treffen soll sich insbesondere mit Aktionen gegen Militär-Transporte beschäftigen und einen Ort für Vernetzung bereit stellen.

» Ausführliches Programm

1. Kein Krieg beginnt hier – Sand ins Getriebe der Kriegsmaschine!

Mi., 27.11.2019 um 19:30 Uhr im RegenbogenKino (Lausitzer Straße 22, Berlin-Kreuzberg)

vom (nomadischen) Antikriegscafé

Auf dieser ersten Veranstaltung der Veranstaltungsreihe gibt das (nomadische) Antikriegscafé einen Überblick über das Ausmaß des militaristischen Säbelgerassels der Bundeswehr und ihre tatkräftige logistische Unterstützung für ihre Verbündeten. Im Anschluss daran werden Gegenmaßnahmen diskutiert.

2. Militärtransporte blockieren: Ein historischer Rückblick mit besonderen Focus auf die Blockade 2008 gegen die Nato

Mi., 04.12.2019 um 19:30 Uhr im RegenbogenKino (Lausitzer Straße 22, Berlin-Kreuzberg)

von Jan Meyer

Wir wollen uns mit einer Vertreter*in der Aktionsgruppe über die Planung der Aktion, die damalige politische Situation und die Erfahrungen mit der Vermittlung der Aktion in der Öffentlichkeit unterhalten. Außerdem wollen wir die auf die Aktion folgende Repression thematisieren und wie die Betroffenen damit umgegangen sind. Abschließend werden wir gemeinsam versuchen die Erfahrungen von 2008 auf die heutige Zeit zu übertragen.

Jan Meyer ist angehende Politikwissenschaftler*in und lebt in Berlin.
War mal wilder und radikaler und “Berufsaktivist*in”. Mittlerweile hasst er Kompostklos und im Schlamm zelten. Dafür ist er neuerdings Mitglied der DFG-VK.

3. Trainstopping – Vortrag über Widerstandsformen am Beispiel des Widerstandes gegen Atomtransporte

Mi., 11.12.2019 um 19:30 Uhr im RegenbogenKino (Lausitzer Straße 22, Berlin-Kreuzberg)

von Cécile

Atomtransporte sind einem der sensibelsten Punkte atomwirtschaftlicher Logistik. Und sie sind zugleich angreifbar. Durch Aktionen gegen Atomtransporte, wird der Widerstand sichtbar. Nicht ohne Grund ist der Begriff „CASTOR“ in großen Teile der Gesellschaft Synonym von Widerstand gegen die Atomkraft geworden.

Cécile ist seit 20 Jahren im Antiatom-Widerstand aktiv und erzählt aus zeitgeschichtlicher Perspektive über die vielfältige Widerstandsbewegung, über verschiedene Aktionsformen sowie Techniken, die im Laufe der Zeit von widerständigen Menschen ausgetüftelt und weiterentwickelt wurden. Die dargestelltenWiderstandspraxen dürften auch Menschen aus anderen Teilbereichskämpfen anregen.

4. Offenes Treffen von NoWar Berlin

Mi., 18.12.2019 um 19:00 Uhr in der Meuterei (Reichenberger Straße 58, Berlin-Kreuzberg)

von NoWar Berlin

Die Bundeswehr und ihre Verbündeten ölen ihre Kriegsmaschinen. Die Präsenz von Militär im öffentlichen Raum nimmt spürbar zu. Sei es, durch das Bestreben von AKK die Bundeswehr mit mehr öffentlichen Gelöbnissen in der Mitte der Gesellschaft zu verankern, sei es, in dem EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen mit dem französischen Präsidenten Macron den Aufbau einer EU-Armee propagiert. Oder sei es die Nato, die mit ihrem Dauermanöver im Baltikum mit tausenden Soldat*innen auf die Krim-Krise reagiert und nächstes Jahr mit dem gleichen Zweck das größte Manöver seit Ende des Kalten Krieges unter dem Titel Defender 2020 durchführen will. Neben den vielen stattfindenden Manövern der Bundeswehr erhöht dies die Präsenz des Militärs auf öffentlichen Straßen- und Schienenwegen ungemein. Militärtransporte finden zum Beispiel regelmäßig zum GÜZ statt. Die BRD ist außerdem wichtige logistische Drehscheibe für die Verbündeten der Bundeswehr.

Mit diesem abschließenden offenen Treffen als Teil der gleichnamigen Veranstaltungsreihe wollen wir diskutieren, wie wir langfristig gegen Militärtransporte als Achillesverse der Kriegslogistik der Bundeswehr und ihrer Verbündeten aktiv werden können und Pläne schmieden, wie wir Sand ins Getriebe der Defender 2020 streuen können.