Antimilitaristische Perspektiven 10. November 2018 in Berlin

100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verschärft sich die Konkurrenz zwischen den kapitalistischen Großmächten um den Zugang zu Rohstoffen, Märkten und Einflusssphären. Kriegerische Auseinandersetzungen nehmen zu. Gleichzeitig gibt es in der BRD derzeit keine starke antimilitaristische Bewegung. Mit unserem Workshoptag wollen wir dazu beitragen diese Lücke zu schließen. Unser Ziel ist es, gemeinsame Bezugspunkte zu finden, um den sich verschärfenden gesellschaftlichen Verhältnissen in Berlin, der BRD und weltweit unseren Widerstand entgegenzusetzen.

Kommt vorbei, diskutiert mit uns in den Workshops und entwickelt mit uns antimilitaristische, antikapitalistische und emanzipatorische Perspektiven!

Für Essen und Getränke werden wir sorgen. Ebenso für eine Kinderbetreuung. Bitte schreibt uns bis zum 7. November an nowar@riseup.net, wie viele Kinder in welchem Alter betreut werden sollen. Die SFE ist dank eines Fahrstuhls barrierearm zu erreichen. Bitte meldet euch unter 01521 62 67 860, da für die Benutzung des Aufzuges ein Schlüssel benötigt wird.

» Programm
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Timetable

12:00 | Ankommen und Begrüßung
13:00 | Workshop-Phase 1
14:30 | Pause
15:30 | Vorstellung der Ergebnisse 1
16:00 | Workshop-Phase 2
18:00 | Pause
18:30 | Vorstellung der Ergebnisse 2
19:00 | Abschlussdiskussion

Ort

Schule für Erwachsenenbildung (SFE Berlin)
Gneisenaustraße 2a * 10961 Berlin
U6 / U7 Mehringdamm
2. Hof * Aufgang 3 * 3. Etage

Workshop-Phase 1

Für was eigentlich?!
Humanitäre Einsätze für Menschenrechte und Frauen*, für Sicherheit und unsere Werte. Dafür gibt es die Nato, dafür braucht die EU eine Armee und dafür zieht auch die Bundeswehr immer selbstverständlicher in den Krieg gegen ›Schleuser‹, ›Schurkenstaaten‹ und ›Terroristen‹. Das erzählen sie uns, aber wir glauben ihnen nicht. Worum im Kapitalismus tatsächlich Krieg geführt wird, wollen wir uns mit euch deswegen ein bisschen genauer angucken.
→ Bildung ohne Bundeswehr Hamburg

Türkei, Deutschland und Krieg in Kurdistan
Die Rüstungszusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei hat eine lange, unrühmliche Geschichte. Aktuell sichtbar ist sie durch die Invasion und Besatzung des kurdischen Afrin (Nordsyrien) durch die türkische Armee, auch mit deutschen Waffen und deutscher Duldung. Wir wollen euch von dieser historischen Komplizenschaft, ihrer Aktualität und dem Widerstand dagegen berichten.
→ Kampagne TATORT Kurdistan

Feministische Militärkritik
Das Militär ist eine männerdominierte Institution, Heterosexismus und sexuelle Belästigung sind dort an der Tagesordnung. Wir wollen uns mit dem Zusammenhang von Militarismus und Patriarchat und mit feministischen Positionen zu Krieg und Frieden beschäftigen. Dabei wollen wir unter anderem über Geschlechterkonstruktionen im Militär und über die unterschiedlichen Ansätze und die Praxis feministischer Militärkritik sprechen. Wir wollen gemeinsam darüber diskutieren wie ein feministischer Standpunkt gegen Krieg und Militär aussehen kann und welche Möglichkeiten einer antipatriarchalen Praxis es innerhalb der antimilitaristischen Bewegung geben kann.
→ NoWar Berlin

»Die Schlacht ums menschliche Gehirn hat begonnen«
Ziel des Workshops ist, das Thema ritualisierte Gewalt zur Sprache zu bringen. Es geht um systematische Gewalt zur Manipulation von Menschen, zur sexuellen Ausbeutung bis hin zum perfekten Soldaten*.
→ Antikriegscafé Berlin

Workshop-Phase 2

Fluchtursachen bekämpfen
Krieg, Umweltzerstörung, Armut und Ausbeutung führen dazu, dass Menschen fliehen müssen. Geflüchtete kommen unter anderem aus Syrien, Afghanistan und Somalia – Länder, in denen verheerende Kriege wüten. Auf die selbst verursachten Auswirkungen der imperialistischen Politik reagiert der deutsche Staat mit verschärfter Abschottung und Repression gegen Geflüchtete. Wir wollen über den Zusammenhang von Kriegspolitik, Kapitalismus und Flucht diskutieren. Was können wir dem als Bewegung entgegensetzen und warum ist es wichtig zu diesem Thema politisch zu arbeiten?
→ Arbeitskreis Internationalismus Stuttgart

Jobcenter und Bundeswehr gemeinsam gegen den Frieden
Als Erwerbsloseninitiative wollen wir mit euch einen Blick auf die Verflechtungen der Bundesagentur für Arbeit und der Bundeswehr werfen. Davon ausgehend wollen wir diskutieren, wie Basisorganisationen und Antimilitarismus sich gegenseitig unterstützen können.
→ BASTA! Erwerbsloseninitiative Berlin

Militärische Digitalisierung
Digitalisierung ist ein gesellschaftlicher Prozess, der auf Basis von computergestützter Datenverarbeitung alle Lebensbereiche verändert. Digitale Assistent*innen verändern nicht nur unseren Alltag, sondern auch die Kriegsführung. Wie könnten Kriege zukünftig geführt werden? Was bedeutet eigentlich CyberWar? Welche Rolle spielt die Kooperation von Militär mit Internetriesen wie zum Beispiel Google? Wie digitalisiert sich die Bundeswehr? Nach einem kurzen Input wollen wir über antimilitaristische Perspektiven auf die Kriege der Zukunft im Zeitalter der Digitalisierung diskutieren.
→ Antikriegscafé Berlin

Abschlussdiskussion zu Antimilitaristischen Perspektiven

Die Militarisierung schreitet voran, der Militärhaushalt steigt immer weiter, Waffenexporte boomen und die Bundeswehr ist weltweit an Kriegseinsätzen beteiligt. Angesichts der Zunahme von Kriegen und der Aufrüstung der Bundeswehr brauchen wir dringend eine größere antimilitaristische Bewegung. Wir wollen gemeinsam darüber diskutieren weshalb wir uns antimilitaristisch engagieren und welche Bedeutung wir dem Antimilitarismus beimessen. Außerdem wollen wir über die Perspektiven und langfristigen Ziele des antimilitaristischen Kampfes sprechen. Dabei wollen wir auch die Aktionsformen und Methoden antimilitaristischer Praxis beleuchten. Was könnten Schwerpunkte antimilitaristischer Arbeit sein und welchen Zusammenhang sehen wir zwischen Krieg, Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat? Zur Diskussion haben wir verschiedene antimilitaristische Initiativen eingeladen.