NoWar auf dem Berliner Ostermarsch 2014

Am Ostermarsch in Berlin haben etwa 1000 DemonstrantInnen teilgenommen. Die von der Friko Berlin am Ostersamstag organisierte Demo zog von der Friedrichstraße bis zur Neuen Wache Unter den Linden. NoWar Berlin beteiligte sich mit einem eignen Redebeitrag und einem Stangentransparent. Der Redebeitrag wurde zu Beginn der Auftaktkundgebung auf der Weidendammer Brücke gehalten. Darin wurde unter anderem auf den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Krieg verwiesen und erläutert warum ein konsequenter Antimilitarismus die bestehenden Herrschafts- und Produktionsverhältnisse in Frage stellen muss. Das Transparent enthielt darüber hinaus noch eine Aufforderung: „Kein Frieden mit dem Kapitalismus – Kriegsprofiteure sabotieren“.

» Redebeitrag zum Ostermarsch von NoWar Berlin

Redebeitrag zum Ostermarsch von NoWar Berlin

Seit dem Angriffskrieg gegen Jugoslawien 1999 beteiligt sich die BRD direkt und indirekt an zahlreichen Kriegen. Aktuell befinden sich etwa 4800 SoldatInnen im Auslandseinsatz und kontrollieren beispielsweise strategisch wichtige Seewege vor dem Horn von Afrika. In Afghanistan sind momentan etwa 2600 BundeswehrsoldatInnen stationiert.

Häufig wird der angebliche Schutz der Menschenrechte als Vorwand für militärische Interventionen benutzt. Tatsächlich geht es jedoch um Einflusssphären, Rohstoffe, Marktöffnung und Handelswege. 13 Jahre Krieg und Besatzung in Afghanistan haben weder Frieden noch Sicherheit gebracht. Stattdessen ein pro-westliches Regime aus korrupten Warlords, steigende Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung, zerstörte Infrastruktur, massive Unterernährun und eine sinkende Lebenserwartung.

Die Kriege werden vor unserer Haustür vorbereitet, propagiert und trainiert. Zum Beispiel im Gefechtsübungszentrum GÜZ in der Colbitz-Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt. Dort wird seit Herbst 2012 eine Übungsstadt mit dem Namen Schnöggersburg gebaut. Es entsteht dort eine Kulissenstadt mit komplexen Großstadtstrukturen für realitätsnahe Übungen von Interventionsstrategien im urbanen Raum von Bundeswehr und Nato-Armeen. Seit einigen Jahren gibt es Proteste und Widerstand gegen das GÜZ. Auch dieses Jahr findet vom 17. bis 24. August ein antimilitaristisches Camp in der Nähe des Militärgeländes statt. Der Krieg beginnt auf dem GÜZ, unser Widerstand erst recht! Baustopp für Schnöggersburg! GÜZ dicht machen!

Um die wirtschaftlichen Interessen der BRD auch militärisch durchsetzen zu können, wurde die Bundeswehr systematisch zu einer weltweit einsatzfähigen Kriegsarmee ausgebaut. Dazu braucht die Bundeswehr Kanonenfutter. Sie wirbt an Schulen, Universitäten und auf Jobmessen, um Nachwuchs zu rekrutieren. Sie drängt massiv in den öffentlichen Raum, wirbt im Fernsehen, im Radio und in S-Bahnen, U-Bahnen und Bussen. Der Beruf des Soldaten oder der Soldatin wird als eine „normale“ Jobperspektive dargestellt. Es ist jedoch kein Job wie jeder anderen, es ist eine Ausbildung im Töten und getötet werden. Wir wollen die Werbeoffensive der Bundeswehr nicht ungestört zulassen. Kein Werben fürs Sterben! Bundeswehr abschaffen!

Die deutschen Rüstungsexporte boomen seit Jahren. Deutsche Rüstungskonzerne verdienen am Geschäft mit dem Tod. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Exporteur von Kriegsgerät. Die größten Produzenten in Deutschland sind Rheinmetall, Thyssen­Krupp, die Airbus Group und Krauss-Maffei Wegmann. Der Krieg beginnt hier – vor unserer Haustüre, wo Rüstungsunternehmen produzieren und ihre Profite machen. Lassen wir sie nicht ungestört ihre Geschäfte machen! Kriegsprofiteure sabotieren!

Der Kapitalismus beruht auf Konkurrenz und Profitmaximierung und führt in letzter Konsequenz immer wieder zu Kriegen. Für Rohstoffe, Transportwegen und den Zugang zu Märkten wird über Leichen gegangen. Mit dem Kapitalismus kann es kann Frieden geben. Ein konsequenter Antimilitarismus muss deshalb auch die bestehenden Herrschafts- und Produktionsverhältnisse in Frage stellen.

Lasst uns die Kriege sabotieren, wo sie geplant, finanziert und vorbereitet werden! Kein Frieden mit dem Kapitalismus!