Bericht Kundgebung gegen Militärtagung

Am Mittwoch, dem 1. Februar 2012 beteiligten sich etwa hundert Personen an einer Kundgebung auf der Friedrichstraße, um gegen die im Hotel Maritim zeitgleich stattfindende International Urban Operations Conference zu protestieren. Neben Redebeiträgen wurden auch mehrere antimilitaristische Videos und Fotos von Anti-Kriegs-Aktionen auf einer Leinwand gezeigt.

Die Kundgebung wurde mit dem Abspielen von Kriegsgeräuschen eingeläutet, um deutlich zu machen: Krieg beginnt hier. Zu Beginn wurde der Redebeitrag der Initiative Libertad! verlesen, in dem es um die Kriegsführung im urbanen Raum ging. Die Bundestagsabgeordnete der LINKEN Inge Höger betonte in ihrer Rede: „Wir haben lange genug zugesehen, wie Deutschland sich im Windschatten der NATO und seiner Verbündeten wieder an die Spitze kriegsführender Mächte heran arbeitet. Fallen wir ihnen in den Arm!“ Im Anschluss gab es ein Video der Farbbeutel-Aktion gegen Hoch-Tief im Rahmen der Demonstration gegen die Afghanistan-Konferenz Anfang Dezember 2011 in Bonn. Danach folgte die Rede der Revolutionären Perspektive Berlin zur deutschen Kriegspolitik und der neuen Kriegstaktik des Counter-Terrorismus in Afghanistan. Außerdem gab es einen Beitrag von Out of Control, die die Demonstration am vergangenen Samstag gegen den Polizei-Kongress und die International Urban Operations Konferenz mit vorbereitet hatten.

Das Anti-Kriegs-Cafe ging auf die Zivil-Militärische-Zusammenarbeit und auf die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ein. Zu sehen gab es außerdem ein Video von einer Aktion mit einem mit Farbe gefüllten Feuerlöscher gegen einen Karriere-Truck der Bundeswehr. Die SDAJ Berlin hielt eine Rede zu Protesten gegen Bundeswehr an Schulen. Gezeigt wurde dazu auch ein Video von einem Die-In von solid auf der Messe You. Des Weiteren wurde mit dem Beitrag von Tatort Kurdistan auf die deutschen Waffenlieferungen an die Türkei und den Krieg in Kurdistan eingegangen. Zum Abschluss gab es noch ein Grußwort von den OrganisatorInnen der Proteste gegen die Siko an diesem Wochenende und die Ankündigung einer Kundgebung Uhr vor der US-Botschaft für die Freiheit von Leonard Peltier am Samstag, dem 4.2. um 14 Uhr.

Das umfangreiche und vielfältige Programm dauerte insgesamt etwa eine Stunde. Dank einer solidarischen Gruppe, die heißen Tee bereitgestellt hatte, konnte die Kälte besser ausgehalten werden. Die VeranstalterInnen, das Berliner Bündnis gegen Krieg und Militarisierung, wiesen darauf hin, dass der antimilitaristische Widerstand weitergehen und an Stärke gewinnen muss. Anlässe wird es in der nächsten Zeit genügend geben, zum Beispiel das Camp gegen das Gefechtsübungszentrum GÜZ in Letzlingen bei Magdeburg oder auch gegen ein mögliches Bundeswehr-Gelöbnis in Berlin.