Bündnisveranstaltung zur Mobilisierung nach Bonn am 30.11.

Veranstaltung des Berliner Bündnisses mit Said Mahmoud Pahiz (linker Aktivist aus Kabul), Claudia Haydt (Informationsstelle Militarisierung) und einer Aktivistin aus der Vorbereitung.

Mittwoch | 30.11.2011 | 19 Uhr | SO36 (Oranienstrasse 190)


Am 5. Dezember 2011 findet in Bonn die Konferenz „Petersberg II“ der Nato-Staaten und anderer Länder statt, bei der über die Zukunft Afghanistans beraten werden soll. Gegen diese Konferenz mobilisiert ein Bündnis aus antimilitaristischen Gruppen, der Friedensbewegung und weiteren linken Gruppen zu einer Demonstration am 3. Dezember und weiteren Gegenaktivitäten nach Bonn.

Die BRD ist eine zentrale Kriegspartei in Afghanistan. Jahr für Jahr hat der Bundestag das Mandat für die Bundeswehr verlängert und die Anzahl der SoldatInnen erhöht, die in den Krieg nach Afghanistan geschickt wurden. Der Krieg hat weder Demokratie noch soziale Verbesserungen oder mehr Rechte für die Frauen gebracht, sondern das Leid für die afghanische Bevölkerung verlängert und zu einer Verschlechterung der humanitären und sozialen Lage geführt. Auch wenn die kriegführenden westlichen Staaten inzwischen von Truppenabzug und Aufbau sprechen, so wollen sie in Wahrheit ihre geostrategischen und ökonomischen Interessen bestmöglich zur Geltung bringen. Dazu sind unter anderem feste Militärbasen westlicher Truppen in Afghanistan und die Ausbeutung der Ressourcen des Landes durch Konzerne vorgesehen, was zu einem dauerhaften Kriegszustand in der Region führen wird.

Mit der Veranstaltung wollen wir mobilisieren und diskutieren:

Said Mahmoud Pahiz: Er ist Pressesprecher der 2004 gegründeten Solidaritätspartei die sich in Afghanistan allen Machthabern – den Warlords, den Taliban, dem Karsai-Regime und den westlichen Besatzungsmächten – entgegensetzt. Der junge linke politische Aktivist wird über die aktuellen Machtverhältnisse in Afghanistan und die Aktivitäten seiner Organisation berichten. Außerdem zeigt er auf, welche Forderungen fortschrittliche afghanische Kräfte der Bonner Kriegskonferenz entgegenhalten. Berichte, Videos und Fotos von ihren Demonstrationen und anderen politischen Aktionen sind unter www.hambastagi.org zu finden.

Claudia Haydt: Sie ist Mitglied im Vorstand der Informationsstelle Militarisierung e.V. (IMI) und wird darüber berichten, wie die Kriegsteilnahme der Bundeswehr in Afghanistan in den letzten zehn Jahren die Außenpolitik Deutschlands verändert hat, hin zu einer aggressiveren Militärpolitik und zu Konzepten der Kontrolle von besetzten Ländern. Auf dem Petersberg wurde vor zehn Jahren der Grundstein gelegt für eine von außen diktierte neue Gesellschaftsordnung Afghanistans. Zehn Jahre später wird nun in Bonn dieser Doppelcharakter einer Kriegs- und Kolonialkonferenz wieder aufgegriffen.

Aktivistin: Welche kreativen Ansätze von Protest und Widerstand gegen imperialistische Kriege in den letzten Jahren bereits gesammelt wurden, darüber berichtet eine Aktivistin der Vorbereitungsgruppe. Nicht zu kurz kommen werden praktische Infos zu Gegenaktivitäten und zur Demo in Bonn.

Veranstaltet von: Berliner Bündnis gegen die Afghanistan-Kriegskonferenz | www.nowar.blogsport.de